KUMBH MELA 2019

12/2018_ 1/2019 INDIEN

 

27.01.2019

INDIEN III "Namasteeeeee"

 

... wieder in Indien.

Die Rückkehr nach Indien war gar nicht so einfach. Der Abschied diesmal beonders schwierig, wahrscheinlich auch deshalb, weil ich mir doch noch gut 2 Wochen mehr hätte vorstellen können. Vorallem bei dem Schnee. Also mit den Ersatzteilen bepackt und das Gewichtslimit 100%ig ausgenutzt, nämlich 30,8kg brachte mein eingechecktes Gepäck auf die Waage, ging es wieder nach Delhi. Leider hatte ich im Flieger eine äußerst unruhige indische Quatschtante neben mir sitzen, die (liebe Inder, ich muss es Euch einmal sagen, aber manchmal wäre a bisserl weniger doch mehr, also a bisserl ruhiger, a bisserl mehr Abstand, und a bisserl weniger Selfies, dann wäre ich scho a bisserl gelassener), den Flug zur echten Anstrengung machte und ich mir 3 Filme am Stück reinzog, wobei ich schon nicht mehr weiß, was ich eigentlich gesehen hab, jedenfalls nix Bollywood. In Delhi angelangt gings gleich weiter mit Miettaxi nach Agra, wo ich den Wüstenfuchs etwas verstaubt und vom Affen vollgekackt (am Dach!!), aber in heilem Zustand vorfand. Die Eigentümer vom Anakumpa Guesthouse haben dankenswerterweise gut drauf aufgepasst. Alle  notwendigen Instandsetzungsaßnahmen wurden am Tag darauf beim fachkundigen Indischen Mechanikus entsprechend erfolgreich durchgeführt, und der Pinz bremst wieder so (halbwegs), wie in alten Zeiten.
Von Agra führten dann die nächsten 450 km nach Allahabad, wo ich die Kumbh Mela 2019 gemeinsam mit 2 Österreichern besuchte, eine hinduistisches Pilgerfest der Superlative, was Menschenmenge, Bedeutung für die Hindus, sowie Auftreten der "buntesten" Spiritualisten und die Unmenge von Mobiltoiletten für Hunderttausendebetrifft. Die Kumbh Mela findet  4 Mal in 12 Jahren an 4 verschiedenen heiligen Orten statt. Und heuer hier in Allahabad wo Ganges, Yamuna und der unsichtbare Saraswati zusammenfließen. Ich nahm zwar keinen Schluck aus dem Ganges, doch habe meine Hand getaucht,denn, man weiss ja nie, wofür es gut ist. Jedenfalls war es beeindruckend.

Namasteeee, Friedl

31.12.2018

INDIEN II

"ÖSTERREICH RESET"

"A GUATS NEICHS!!"

... unerwartete Zusatzreise ...

 

Wie plötzlich manchmal der Weg seine Richtung und damit den Augenblick, den Fokus und die Gefühlswelt sowie letztlich die Zukunft verändern kann, habe ich wieder einmal erkennen müssen, ja man muss sogar sagen, ich habe es erleben "dürfen". Obwohl dadurch nicht angedachte Investitionen notwendig wurden, so ist doch die Reihe der Dominosteine als Metapher besonderer Gefühle und wertvollen Begegnungen sowie Erlebnissen nicht unerheblich lang und zukunftsbeeinflussend.
Aufgrund eines Bremsendefektes beim Wüstenfuchs und folglicher Totalzerstörung einer Bremsscheibe musste ein Ersatzteilbeschaffungsprozess in Gang gebracht werden, der ein vorläufiges Zurücklassen des Pinzgauers in Indien notwendig gemacht hatte und mich letztlich kurzfristigst per Flugmaschine nach Österreich brachte. Ein günstiger Flug mt 30kg Gepäckgewichtspotenzial über Istanbul von Delhi aus direkt nach Sazburg machte letzlich dieses Weihnachten zu einem besonderen. Sich selbst der Familie als Überraschungsgechenk zu präsentieren klingt zwar a bisserl überheblich, verfehlte allerdings insbesondere bei den nichtsahnenden Eltern durchaus nicht seine Wirkung.
14 Tage Heimat, was willst Du mehr? Das zu Erwartende aber doch erstaunlich Schöne war der "Wertschätzungsreset" meinerseits gegenüber einer echt schönen Heimat.
(... und dass ich den TV Apparat, wie bereits in den vergangenen 5 Monaten, mit zwangsfinziertem, heimischem Staatsfunk in dieser Zeit nahezu niemals aktivierte, zeigt, dass es dort dem Zahler gegenüber mit dem "politisch korrekten" Verblödungsprogramm bedauernswerterweise nach wie vor keinen Wertschätzungsreset gegeben hat. Trotzdem einen herzlichen Dank für den dadurch verursachten Zeitgewinn. Warum ich das gerade hier eingefügt habe, werde ich im Buch und bei Vorträgen erklären.)
Jedenfalls, der Schi konnte benutzt, einige Freunde getroffen, Ersatzteile besorgt, Geschichten erzählt und Weichen für die Zukunft gestellt werden. Unterm Strich: einen besseren Zeitpunkt für das Problem beim Wüstenfuchs hätte es nicht geben können.
So muss ich uneingeschränkt wieder einmal sagen: "Danke Leben!".

All jenen, die das lesen, wünsche ich ein gutes neues Jahr 2019. Ich hoffe, dass alles für Euch zu Eurer persönlichen Zufriedenheit ablaufen möge und freue mich, wenn Euch manchmal meine Impulse erreichen und etwas in Bewegung bringen.

Alles Gute und winterliche Grüße aus Salzburg, Friedl

20.12.2018

INDIEN I

Der erste Teil der Indiendurchfahrt ist zu Ende gegangen, und - welch Wunder -  es war alles ziemlich anders, als ich mir das ursprünglich erwartet hatte. Alles fing schon einmal besonders seltsam an. Der Grenzübertritt von Pakistan nach Indien ähnelte gefühlsmässig dem Grenzübertritt 2013 von Chile nach Bolivien. Nicht dass es da eine besondere Länderähnlichkeit gäbe, es war nur der eklatante Wechsel von einem Land ins nächste, vorstellbar eben wie ein Planetenwechsel. Interessanterweise ist es gar nicht so einfach die Unterschiede aufzuzeigen, vielmehr ist es das Gefühl in eine andere Welt zu kommen, wo sich "Etwas" verändert hat. Das Islamische Pakistan, wo ich zumindest in Belutschistan auf rund 800 polizeieskortierten Kilometer keine einzige Frau auf der Straße gesehen hatte, und dann in Indien der unvergleichbare Menschenmix. Auch der Mix an Religionen fällt gleich einmal auf, ob Sikh, Hindu, Budhist, Islamist, oder auch Christ, ein Schmelztiegel der Götterwelten und, obwohl sich die einen den anderen nicht unbedingt wohlwollend gegenüberstehen, so leben sie doch scheinbar friedlich nebeneinander, obwohl ich natürlich erfahrungsmässig nur auf einen Bruchteil dieses riesigen Landes verweisen kann.
Möchte ich nun Indien insgesamt mit ein paar Worten charakterisieren so fallen mir folgende ein: Verkehr, Lärm, Ameisen, Dreck, Religionen, Tempel, Farbenvielfalt, Armut, Sehenswürdigkeiten, Touristenpreise und Freundlichkeit.
Indien hat viel zu bieten vor allem Menschen und "Tuktuks". Ein unglaubliches, "geordnetes Chaos" und es stellt sich meinerseits die Frage, warum der Verkehr auf der Straße doch so funktioniert. Bei uns wäre dieser Verkehr alleine aus Mentalitätsgründen schon nicht zu bewerkstelligen. Man sollte einmal eine Studie dazu machen mit dem Ziel herauszufinden, welche ungeschriebene primären Verhaltensgesetze die Funktionalität des tagtäglichen Massenstromes ermöglichen.
Von Umweltverschmutzung ganz zu schweigen, aber man merkt einfach, dass diese Welt in ihrer Masse noch lange nicht bei "Weststanards" angekommen ist. Das Verhältnis zu Lärm, Schmutz und "Umgangsformen" ist einfach noch relativ basisorientiert. Ich meine nicht primitiv, aber die Wertigkeit fehlt diesbezüglich. Einzig der Instinkt, nämlich den zahlenden Touristen monetär auszunehmen ist nahezu 100% ausgeprägt, allerdings übertreiben es die Leute teilweise so sehr, dass sie sich bei Gegenwehr fast immer auf einen halbwegs akzeptablen Preis drücken lassen, denn a bisserl was ist eben noch besser als nix.
Indien, ein Eintopf aus Gefühlen.
Einen ersten Eindruck habe ich einmal.