15.02.2020

Baikalsee besucht

 

Der Baikalsee ist natürlich eine Geschichte für sich, und für mich der erste Höhepunkt durch den Sibirischen Winter. Nach den mühsamen Vorbereitungen in Irkutsk ging es endlich los zum größten Süßwasserreservoir der Erde. Berühmt für sein klares Eis und die Möglichkeit über selbiges den See zu befahren und eventuell zu überqueren waren doch einige Erwartungen meinerseits in diesen Abschnitt der Reise gesetzt worden. Doch leider, wie so oft kam es dann doch wieder etwas anders. Der ungewöhnlich sanfte Winter bisher sowie fehlende Winde ließen den See wesentlich später zufrieren und letzttlich noch dazu mit einer Schneedecke, was naturgemäß der Transparenz einen Vorhang vorzog. Nichtsdestotrotz war es faszinierend. Nach anfänglichen Schwierigkeiten über den See auf die Insel Olöchon zu gelangen, wagte (im Nachhinein ist dieses Wort eher lachhaft) ich doch die offiziell noch nicht geöffnete Eisstraße, bzw. die verschiedensten Eisrouten zu befahren.Diese Wege boten auch wiederum die Gelegenheit doch die Transparenz und Mächtigkeit des Eises in Augenschein zu nehmen, bzw. sich ion dessen Bann ziehen zu lassen.

Der Insel Olchon, wo ich im Ort Kuzir für 3 Nächte ein Zimmer bezog, um doch in der Comfortzone zu bleiben, und von dort aus 2 Touren mit dem Wüstenfuchs an Land absolvierte, folgte dann am Rückweg, nun allerdings alles am Eis, der Besuch der Insel Ogoi - ein heiliger Fleck mit Stupa am höchsten Punkt, der zwar auch den Tourist anzieht, allerdings ohne jegliche Infrastruktur diesen des Nächtens wieder verschwinden lässt und somit ich, bzw. der Pinz und ich die einzigen Nächtigungsgäste mit einen geeignetem Platz am Baikaleis waren.

Die Nächte im Wüstenfuchs sind relativ angenehm, so ich den Einheizintervall nicht zu weit werden lassenbzw. die Dieselheizung spannungsbedingt nicht streikt. Im Übrigen gibt es unzählige Möglichkeiten, wo es in der Kälte zu Problemen kommen kann. Und auch bei Minus 20 wirds dann schnell frisch in der Hütte, wennst nicht mehr Heizen kannst. Dahingehend hier der Rat, immer für genug Optionen für geeignetes Improvisieren  zu schaffen, dann geht das schon.

Nach einem Besuch in Listvijanka, und frühlingshaften temperaturen bis 0 Grad habe ich mittlerweile ich den Baikalsee im Südwesten umrundet, beinahe 250 km am Ufer entlang zurückgelegt und noch einen letzten Übernachtungsstopp am Rand des Ortes Posolsk mit ausgesprochen schönem Kloster, eingelegt, da aber des Nächtens wieder kälter als minus 20.

Und nun in Ulan Ude gelandet geht es demnächst weiter Richtung Osten.Neuland quasi. Nach Chita, und über Never dann gegen Norden nach Yakutsk, stehen am Programm. Und eines ist fix: es wirddort dann  "frischer"!!

Gruß, Friedl

 

 

04.02.2020

Auf und ab, Frust und Kälte

 

... unerwartete Tiefpunkte.

Also die Tiefpunkte beziehen sich nun weniger auf die Temperaturen, denn da wusste ich ja bereits was da so kommen wird. Doch ganz ehrlich, was ich in der Theorie nicht so ganz bedachte ist, dass im Falle eines seelischen Tieffluges doch die Kälte und die kurzen Tage nicht unbedingt hilfreich sind. Die Tage sind zwar von der Tageslichtlänge her ziemlich gleich wie bei uns derzeit, allerdings wird es erst gegen 9 Uhr hell und die 7 Stunden Zeitunterschied haben mich in Anbetracht der zahlreichen Punkte, die auf meiner Irkutsk-ToDo-Liste standen, nicht unbedingt unterstützt. Alles in allem wird der Tag ziemlich kurz. 3 geplante Tage in einer Werkstatt wurden zu 7, das "schnell mal dies oder jenes machen" wurde umsetzungsmühsamer als eben gedacht. Wie man so schon zu sagen pflegt, hat Friedl teilweise die Rechnungen ohne den Wirten gemacht, und der Wirt ist in diesem Fall der Energiehaushalt.

Naja, die Werkstatttätigkeiten sind jedenfalls erldeigt. Öle gewechselt, die Kühlerflüssigkeit auf Minus 65 erhöht, die Batterien erneuert, und der Wüstenfuchs letztlich startklar gemacht. Und 10 Tage nach meiner Ankunft in Irkutsk, die Zeit ist im Gegensatz zu allem anderen hier leider nicht zu Eis erstarrt, sondern im Gegenteil, hat sich verflüchtigt, dass ich gar nicht so schnell schauen hab können.

Einige witzige Begegnungen waren Gott sei Dank bereits auch schon dabei, was zur Stimmungsverbesserung meinerseits beigetragen hat, sowie die positive Hoffnung genährt auf Besonderheiten bei meiner Wintersibirientour zu stoßen und diese weiterhin am Leben ließ. Doch bis gestern 3.2. war alles andere als erhebend. Die Kälte ist zwar gar nicht so schlimm wie eventuell vorab angenommen, doch ist ein Arbeiten am Fahrzeug draußen nicht unbedingt von langer Dauer gekrönt. Es gibt aufgrund der Kälte einfach nichts, was nicht viel schlechter zu handhaben ist als bei warmen Graden. Nein, stimmt nicht ganz. Mein Kühlschrank leistet super Dienste. Mit ihm schaffe ich es, dass meine Milch bei Minus 24 Grad im Wüstenfuchs trotzdem nicht friert. Aber damit wäre es das auch schon.

Woher kommt nun der Frust eigentlich, wird man sich fragen. Das kann ich nur aus meinem tieferen Innrern beantworten. Es ist ein mulmiges Gefühl im Bauch, weil einfach zu viele Dinge da sind, die einerseits nicht so funktionieren wie ich es gerne hätte, und das Zweite ist das Faktum, dass ich nicht weiß, was noch alles nicht funktionieren wied, wobei ich nur weiß, dass irgendetwas wieder nicht funktionieren wird. Und bei der Kälte und der angesteuerten Gegend hat alles gleich viel weitreichendere Folgen. Und genau diese Sorgen plagen mich. Gut, dass ich mir bei meinem eigenen Vortrag gut zugehört hatte. Da hatte nämlich der Friedl gesagt, es gäbe für alles eine Lösung. Und da muss ich ihm echt recht geben: alles ist lösbar, geh nur einen Schritt weiter weg oder näher hin zum Problem, und du wirst es dann schon mehr oder weniger plötzlich bemerken, dass no was geht.

Wir schreiben heute bereits Tag 13 und morgen Mittwoch werde ich mich Richtung Baikalsee auf den Weg machen. Der Reisemodus ist mittlerweile bereits spürbar, der Wüstenfuchs aufgepackelt und startbereit, wäre da nicht immer am Morgen die Chellange des Startens. Immer mit einem Stoßgebet an die Starterbatterie- und Motorgötter verbunden, hat es bislang auch bei Minus 31 Grad funktioniert. manchmal a bisserl zaach, aber ins Rollen ist er bislang immer gekommen. In diesem Sinne: Auf zum Beikalsee.

Gruß, Friedl

 

 

25.01.2020

Добрый день россия ... Guten Tag Russland

 

Russland die Dritte!! (Erster Kurzbericht)

... zum 3. Mal bin ich auf dieser Reise nun in Russland angekommen und am 23.Jänner in Irkutsk gelandet. Die ersten Tage waren, wie auch schon immer wieder in der Vergangenheit erfahren, von der Phase der Neuorientierung geprägt, obewohl diesmal eine Helfer bereits vorort ist, den ich schon im Sommer 2019 kennenlernen durfte und der mir damals bei der Suche nach einer Garage ausgezeichnet zur Seite stand. Äußerst hilfsbereit und vertrauenswürdig ist Alex nun auch jetzt wieder in allen Belangen zur Stelle.

Gleich am zweiten Tag wurden einige Besorgungen für den Wüstenfuchs erledigt. Neue Batterien, diverse Öle, sowie eine warme Werksträtte waren die vorrangigen Punkte, die es zu organisieren gab. Strategisch vorausschauend habe ich mich gleich in der Nähe von Alex einquartiert, um die Wege zu verkürzen. In einer 600.000 Einwohnerstadt gar nicht so einfach. Sehr geholfen hat mir dabei natürlich mein Aufenthalt hier im Juni letzten Jahres.

Der Wüstenfuchs, welch Freude, ihn gesund wieder zu sehen, hat sich mit meinem Batteriepack gut starten lassen, die eigentlichen Batterien waren erwartungsgemäß komplett auf Null. Die ersten 3 Kilometer zur warmen Werkstatt sind auch bereits ohne Probleme absolviert worden. Ein super Gefühl wieder im Pinz zu sitzen.

Der beträchtlliche Zeitunterschied zur Heimat von 7 Stunden ist noch deutlich sprürbar aber nur mehr eine Frage von ein paar Tagen, dann sollte der Tag auch wieder normal um 7 Uhr in der Früh beginnen und nicht erst zu Mittag.

Weitere Berichte folgen.

Добрый день россия, Friedl