KUMBH MELA 2019

12/2018_ 1/2019 INDIEN

 

17.02.2019

INDIEN IV "Indien Good Bye"

 

Indien hat, was meine Energietanks betrifft durchaus seine Spuren hinterlassen, wobei bei diesen Menschenmassen eine Generalisierung im allgemeinen sicherlich nicht richtig ist, da ich ja auch nur einen kleinen Teil des Landes gesehen habe. Vor allem der Süden soll wieder ganz anders sein. Allerdings aus meiner Sicht hat sich das Land als extrem anstrengend gezeigt. Der einzelne Inder ist durchaus ein sehr freundlicher Mensch, aber, wie so oft im Leben, ist ein Zuviel von etwas, dann doch manchmal eben, wie das Wort bereits sagt, etwas zuviel. Und Indien ist genau so ein Land, in dem menschlicherseits von sehr vielem zu viel da ist, außer Ruhe, von der bekommt man reichlich wenig - besser gesagt sie wird einem nicht gegönnt. Auffällig ist, dass der Inder, zumindest, so wie ich sie kennengelernt habe, meistens nicht erkennt, wann man nicht sprechen oder eben seine Ruhe haben will. Es scheint fast so, als bräuchte der Inder ansich selbst keine Ruhe und nimmt selbige Eigenheit bei Fremden ebenso an. Interesse am Fremden ist absolut begrüßenswert, aber ein Inder gleicht dem anderen mit stereotypen Fragen, einem Ungefühl für die entsprechende Nähe zum Gesprächspartner, und sein Mißverhältnis zur Lautstärke, egal wo, alles ist laut. Und dem gegenüber steht ein gewisser Phlegmatismus, der jenem der "heiligen" Straßenkühe nicht viel hinten nach ist - eine seltsame Kombination.

Kurzum,insgesamt  "zu laut", "zu nah", "zu dreckig", wobei auch letzteres nicht der Dreck ansich ist, der eben herumliegt, sondern der Umgang damit. Der Respekt der Umwelt gegenüber und auch dem eigenen sowie dem Umfeld im Nahebereich anderer Menschen gegenüber, liegt nur sehr knapp über Null. ("Ja liebe Inder, diesen Vorwurf müsst Ihr Euch gefallen lassen"). Dieses weit verbreitete Verhalten verschärft die Situation noch mit dem Fehlen jedlichen Distanzgefühls zu anderen Menschen, in meinem Fall natürlich zu mir. Die Gefühlswelt der eigene Wahrnehmung endet scheinbar 25 cm über der Hautoberfläche.Wahrscheinlich macht genau dies dann notwendig, dass alles mit großer Lautstärke verbunden ist. Sei es im Verkehr das Gehupe, bei religiösen Veranstaltungen das ohrenbetäubende Geläute, und auch an Orten der eigentlichen Ruhe, gelingt es nicht ruhig zu sein. Und letztlich ist da noch das lautstarke Aufziehen und Ausspucken, ungeachtet ob jemand daneben steht, aber dies scheint eine gegenderte Kultureigenheit zu sein. Kurzum, ich glaube meine Feldstudie im Norden Indiens, lässt meine Aussagen nicht ganz aus der Luft gegriffen erscheinen.

Interessanterweise wird auch vor meinem Wüstenfuchs, mein tatsächlich einziges Rückzugsgebiet, nicht halt gemacht. Es wird geklopft, gerüttelt, gegen die Reifen getreten, versucht die Türe zu öffnen -  was soll das eigentlich? Immer mehr mutiert damit mein Wüstenfuchs zum Uboot. Luken dicht, abtauchen und ruhig verhalten um persönlich nicht aufgespürt zu werden.

Ich weiß, damit stehen die Inder aus meiner Perspektive nicht besonders gut da, aber so habe ich sie erlebt. Obwohl, und das möchte ich trotzdem immer betonen, der Inder ein sehr freundlicher Mensch ist, allerdings eben mit Entwicklungspotenzial im Peripherieverhalten.

Im letzten Teil meines Indienaufenthaltes reiste ich von Allahabad in den Nordwesten des Landes. Ladakh konnte ich leider aufgrund der Wintersperren der Pässe nicht bereisen, was mir bsonders leid tat. So kam ich letztens nach Haridwar, Shimla, Dharamsala (Exilhome des Dalai Lama), Kangra, Rishekesh, und am Rückweg dann ein zweites Mal nach Allahabad (3.Badetag bei der Kumbh Mela) und letztlich wurde auch Varanassi ein Besuch abgestattet, bevor es an die Nepalesische Grenze ging. 100 besondere Begebenheiten gäbe es  zu erzählen.

Unterm Strich also insgesamt trotzdem eine interessante Erfahrung mit unzähligen Bildern, die im Fotoapparat und im Kopf verblieben sind. Es war jedenfalls trotz hohen Energieaufwandes eine Reise wert.

 

 

 

27.01.2019

INDIEN III "Namasteeeeee"

 

... wieder in Indien.

Die Rückkehr nach Indien war gar nicht so einfach. Der Abschied diesmal beonders schwierig, wahrscheinlich auch deshalb, weil ich mir doch noch gut 2 Wochen mehr hätte vorstellen können. Vorallem bei dem Schnee. Also mit den Ersatzteilen bepackt und das Gewichtslimit 100%ig ausgenutzt, nämlich 30,8kg brachte mein eingechecktes Gepäck auf die Waage, ging es wieder nach Delhi. Leider hatte ich im Flieger eine äußerst unruhige indische Quatschtante neben mir sitzen, die (liebe Inder, ich muss es Euch einmal sagen, aber manchmal wäre a bisserl weniger doch mehr, also a bisserl ruhiger, a bisserl mehr Abstand, und a bisserl weniger Selfies, dann wäre ich scho a bisserl gelassener), den Flug zur echten Anstrengung machte und ich mir 3 Filme am Stück reinzog, wobei ich schon nicht mehr weiß, was ich eigentlich gesehen hab, jedenfalls nix Bollywood. In Delhi angelangt gings gleich weiter mit Miettaxi nach Agra, wo ich den Wüstenfuchs etwas verstaubt und vom Affen vollgekackt (am Dach!!), aber in heilem Zustand vorfand. Die Eigentümer vom Anakumpa Guesthouse haben dankenswerterweise gut drauf aufgepasst. Alle  notwendigen Instandsetzungsaßnahmen wurden am Tag darauf beim fachkundigen Indischen Mechanikus entsprechend erfolgreich durchgeführt, und der Pinz bremst wieder so (halbwegs), wie in alten Zeiten.
Von Agra führten dann die nächsten 450 km nach Allahabad, wo ich die Kumbh Mela 2019 gemeinsam mit 2 Österreichern besuchte, ein hinduistisches Pilgerfest der Superlative, was Menschenmenge, Bedeutung für die Hindus, sowie Auftreten der "buntesten" Spiritualisten und die Unmenge von Mobiltoiletten für Hunderttausendebetrifft. Die Kumbh Mela findet  4 Mal in 12 Jahren an 4 verschiedenen heiligen Orten statt. Und heuer hier in Allahabad wo Ganges, Yamuna und der unsichtbare Saraswati zusammenfließen. Ich nahm zwar keinen Schluck aus dem Ganges, doch habe meine Hand getaucht,denn, man weiss ja nie, wofür es gut ist. Jedenfalls war es beeindruckend.

Namasteeee, Friedl

31.12.2018

INDIEN II

"ÖSTERREICH RESET"

"A GUATS NEICHS!!"

... unerwartete Zusatzreise ...

 

Wie plötzlich manchmal der Weg seine Richtung und damit den Augenblick, den Fokus und die Gefühlswelt sowie letztlich die Zukunft verändern kann, habe ich wieder einmal erkennen müssen, ja man muss sogar sagen, ich habe es erleben "dürfen". Obwohl dadurch nicht angedachte Investitionen notwendig wurden, so ist doch die Reihe der Dominosteine als Metapher besonderer Gefühle und wertvollen Begegnungen sowie Erlebnissen nicht unerheblich lang und zukunftsbeeinflussend.
Aufgrund eines Bremsendefektes beim Wüstenfuchs und folglicher Totalzerstörung einer Bremsscheibe musste ein Ersatzteilbeschaffungsprozess in Gang gebracht werden, der ein vorläufiges Zurücklassen des Pinzgauers in Indien notwendig gemacht hatte und mich letztlich kurzfristigst per Flugmaschine nach Österreich brachte. Ein günstiger Flug mt 30kg Gepäckgewichtspotenzial über Istanbul von Delhi aus direkt nach Sazburg machte letzlich dieses Weihnachten zu einem besonderen. Sich selbst der Familie als Überraschungsgechenk zu präsentieren klingt zwar a bisserl überheblich, verfehlte allerdings insbesondere bei den nichtsahnenden Eltern durchaus nicht seine Wirkung.
14 Tage Heimat, was willst Du mehr? Das zu Erwartende aber doch erstaunlich Schöne war der "Wertschätzungsreset" meinerseits gegenüber einer echt schönen Heimat.
(... und dass ich den TV Apparat, wie bereits in den vergangenen 5 Monaten, mit zwangsfinziertem, heimischem Staatsfunk in dieser Zeit nahezu niemals aktivierte, zeigt, dass es dort dem Zahler gegenüber mit dem "politisch korrekten" Verblödungsprogramm bedauernswerterweise nach wie vor keinen Wertschätzungsreset gegeben hat. Trotzdem einen herzlichen Dank für den dadurch verursachten Zeitgewinn. Warum ich das gerade hier eingefügt habe, werde ich im Buch und bei Vorträgen erklären.)
Jedenfalls, der Schi konnte benutzt, einige Freunde getroffen, Ersatzteile besorgt, Geschichten erzählt und Weichen für die Zukunft gestellt werden. Unterm Strich: einen besseren Zeitpunkt für das Problem beim Wüstenfuchs hätte es nicht geben können.
So muss ich uneingeschränkt wieder einmal sagen: "Danke Leben!".

All jenen, die das lesen, wünsche ich ein gutes neues Jahr 2019. Ich hoffe, dass alles für Euch zu Eurer persönlichen Zufriedenheit ablaufen möge und freue mich, wenn Euch manchmal meine Impulse erreichen und etwas in Bewegung bringen.

Alles Gute und winterliche Grüße aus Salzburg, Friedl

20.12.2018

INDIEN I

Der erste Teil der Indiendurchfahrt ist zu Ende gegangen, und - welch Wunder -  es war alles ziemlich anders, als ich mir das ursprünglich erwartet hatte. Alles fing schon einmal besonders seltsam an. Der Grenzübertritt von Pakistan nach Indien ähnelte gefühlsmässig dem Grenzübertritt 2013 von Chile nach Bolivien. Nicht dass es da eine besondere Länderähnlichkeit gäbe, es war nur der eklatante Wechsel von einem Land ins nächste, vorstellbar eben wie ein Planetenwechsel. Interessanterweise ist es gar nicht so einfach die Unterschiede aufzuzeigen, vielmehr ist es das Gefühl in eine andere Welt zu kommen, wo sich "Etwas" verändert hat. Das Islamische Pakistan, wo ich zumindest in Belutschistan auf rund 800 polizeieskortierten Kilometer keine einzige Frau auf der Straße gesehen hatte, und dann in Indien der unvergleichbare Menschenmix. Auch der Mix an Religionen fällt gleich einmal auf, ob Sikh, Hindu, Budhist, Islamist, oder auch Christ, ein Schmelztiegel der Götterwelten und, obwohl sich die einen den anderen nicht unbedingt wohlwollend gegenüberstehen, so leben sie doch scheinbar friedlich nebeneinander, obwohl ich natürlich erfahrungsmässig nur auf einen Bruchteil dieses riesigen Landes verweisen kann.
Möchte ich nun Indien insgesamt mit ein paar Worten charakterisieren so fallen mir folgende ein: Verkehr, Lärm, Ameisen, Dreck, Religionen, Tempel, Farbenvielfalt, Armut, Sehenswürdigkeiten, Touristenpreise und Freundlichkeit.
Indien hat viel zu bieten vor allem Menschen und "Tuktuks". Ein unglaubliches, "geordnetes Chaos" und es stellt sich meinerseits die Frage, warum der Verkehr auf der Straße doch so funktioniert. Bei uns wäre dieser Verkehr alleine aus Mentalitätsgründen schon nicht zu bewerkstelligen. Man sollte einmal eine Studie dazu machen mit dem Ziel herauszufinden, welche ungeschriebene primären Verhaltensgesetze die Funktionalität des tagtäglichen Massenstromes ermöglichen.
Von Umweltverschmutzung ganz zu schweigen, aber man merkt einfach, dass diese Welt in ihrer Masse noch lange nicht bei "Weststanards" angekommen ist. Das Verhältnis zu Lärm, Schmutz und "Umgangsformen" ist einfach noch relativ basisorientiert. Ich meine nicht primitiv, aber die Wertigkeit fehlt diesbezüglich. Einzig der Instinkt, nämlich den zahlenden Touristen monetär auszunehmen ist nahezu 100% ausgeprägt, allerdings übertreiben es die Leute teilweise so sehr, dass sie sich bei Gegenwehr fast immer auf einen halbwegs akzeptablen Preis drücken lassen, denn a bisserl was ist eben noch besser als nix.
Indien, ein Eintopf aus Gefühlen.
Einen ersten Eindruck habe ich einmal.